Leben ist wie Scherben essen

und sich wundern,

dass man Blut spuckt.

(Dirk Bernemann)

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Mittwoch, 26. Juli 2017

Wenn wir uns sehen

Wenn ich dich sehe,
scheint es mir,
als würde ich die Realität verlieren.

Wenn du mich siehst,
scheint es mir,
als würdest du in Träumen versinken.

Wenn wir uns sehen,
scheint es mir,
als würden unsere Illusionen zerbrechen.

(2006)

Nicht sein

Ich will dich, vermisse dich,
sehe dich & fühle dich.
Ich brauche dich, verlaufe mich,
auf dem Weg zu dir.
Ich bleibe stehen, ich geh zurück,
weil ich nicht anders kann.
Zwei Schritte vor, dann zehn zurück.
Ich kann nicht mehr, ich such nach dir,
verlang nach dir, ich ruf nach dir
& muss erkenn':
Du bist hier & ich bin dort,
an einem fernen, fremden Ort.
Ich will zu dir, nein - muss zu dir,
ich komm nicht mehr dagegen an.
Es bringt doch nichts.
Ich sehe ein:
Es darf nicht sein.
Es soll nicht sein.
Es wird nicht sein?

(2006)

Du bist derjenige welcher...

Ich muss an dich denken, um zu vergessen.
Es sind Zeiten, in denen vieles sinnlos erscheint, aber du hast gesagt: 
"Die Zeiten ändern sich. Nichts ist, wie es war & nichts wird sein, wie es ist."
Und ich glaube dir. Weil ich dir glauben muss. Ich habe keine andere Wahl. 
Mit dir ist alles einfach. Weil ich Gefühle nicht ausdrücken muss, nicht erklären muss, weil du sie am Zittern & Beben meiner Stimme erkennst. Es wäre so schön, jemanden wie dich zu lieben. So schön & so einfach. Jemanden, der so ist wie ich. Doch ich kann nicht. 
Ich liebe dich auf meine Art, you know.
Halt mich, halt mich, halt mich fest.
Ich will mich an dich lehnen, doch der Weg zu dir ist weit. Ich will mich bei dir, an dich & in dich fallen lassen, denn du hast erkannt, wie ich wirklich bin, wie ich sein kann. 
However!

(2006)

Halbe Wahrheit

Ich schaue dich an,
doch ich verschließe die Augen vor dem,
was offensichtlich ist.

Ich rede mit dir,
doch ich sage nichts,
jedenfalls nicht das Wesentliche.

Ich lächle dich an,
doch ich verberge die Tränen,
die ungeweint im Auge glitzern.

Ich will ehrlich mit dir sein,
doch ich schaffe nur die halbe Wahrheit,
weil ich Angst habe, dich zu verlieren.

(2006)

Für was?

Für was brauche ich einen Mund,
wenn ich nicht reden,
sondern schweigen will?

Für was brauche ich Ohren,
wenn ich nicht zuhören will?

Für was brauche ich Hände,
wenn ich nicht fühlen,
sondern ignorieren will?

Für was brauche ich Augen,
wenn ich nicht zusehen will?

Für was brauche ich ein Herz,
wenn ich nicht lieben,
sondern hassen will?

Für was brauche ich Gefühle,
wenn ich eiskalt sein will?

Für was brauche ich dieses Leben,
wenn ich nicht glücklich,
sondern nur verloren sein kann?

(2006)