Leben ist wie Scherben essen

und sich wundern,

dass man Blut spuckt.

(Dirk Bernemann)

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Mittwoch, 26. Juli 2017

And I learned that I'm not morally against murder - I just wish I had the guts to do it

Abturn. Abfuck. Whatever!

Ich hab einfach mal alle über einen Kamm gescheert und dumm angemacht - mit einigen wenigen Ausnahmen. Und ehrlich gesagt: Ich finde, das hatten die verdient.

Ich glaube nicht, dass ein einziges Wochenende reicht, die kleinen Explosionen und Feuer, die in mir lodern, zu stoppen. Ich werde mich oberflächlich beruhigen, wenn ich mit den anderen "Trink oder stirb" spiele, aber Montag Morgen wird das Hass-Gefühl mit aller Macht zurückkommen und mich erschlagen.

Ich denke schon jetzt mit Grauen daran, denn in gewisser Weise ist es gefährlich. Ich könnte Teile meines Lebens sprengen, in Scherben schlagen. Andererseits frisst mich die Wut wahrscheinlich sonst von innen auf.

(2010)

Ich könnte manchmal den ganzen Tag nur Fuck you schreien

Im Moment wäre es für mich eine enorme Erleichterung, am Tourette-Syndrom zu leiden. Dann müsste ich mich nicht so zwanghaft zusammenreißen & könnte aussprechen, was ich denke:

Arschloch-Wichser-Penner-Kommdochmalklar-Kackbratze-Vollidiot-weichevonmir.

Nothing's like it used to be.
Vor einer Stunde war es schlecht, jetzt ist es schlechter & ich würde nur zu gerne wissen, ob es eine Möglichkeit gibt, mein Hirn anzuschalten, bevor es in einen Wahn verfällt. 
Ich bin kaputt, aber das Adrenalin hält mich en pointe.

Und irgendwann kommt vielleicht auch der Tag, an dem ich die Wut nicht mehr brauche.
Klar. Sicher.

(2010)

And I'm so very tired of doing the right things...

Routine tötet. Alltag killt. Massenmörder im Clownskostüm.
Du musst:
Morgens aufwachen. Aufstehen. Duschen. Anziehen. Fertig machen. Zur Arbeit gehen. Arbeiten.
Du bist:
Bemüht um Freundlichkeit, gestaltet sich schwierig, aber...
Du solltest:
Die Gesellschaft achten. Ihre Moralvorstellungen beachten. Und danach leben.

Routine ist der endlose Kampf. Ausbrechen wollen. Schmerzverzerrte Klarheit. Deine Gedanken wagen den Rückzug, nehmen sich Auszeit.
Einatmen. Ausatmen.
Und nie darüber nachdenken, wie einfach es sein könnte. Sich nie eingestehen, wie groß der Hass tatsächlich ist. Vorsichtig. Freundlich nicken und lächeln. Lügen. Oder Fresse halten. Abstand wahren. Tief durchatmen und die Wut verdrängen. Sie niemals zulassen.

Am Wochenende kannst du wieder kleine Freiheit spielen. Dann gehört dein Leben wieder dir. Einfach nur durchhalten. Du wirst es ohnehin nicht überleben.

(2010)