Leben ist wie Scherben essen

und sich wundern,

dass man Blut spuckt.

(Dirk Bernemann)

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Donnerstag, 27. Juli 2017

It's sad how fast the man of my dreams became my nightmare

Warum muss nur immer alles so kompliziert sein? Und warum sind Männer solche gestörten Individuen? Oder treffe ich einfach nur immer wieder auf die denkbar Falschesten?

Es kann nicht richtig sein, dass ich auf einmal anfange, alten Episoden nachzutrauern, sie zu vermissen, sie vielleicht sogar zurückzuwünschen. Eigentlich war der Plan immer der, dass die aktuelle Episode die letzte endgültig vergessen macht. Davon kann diesmal keine Rede sein. Diesmal funktioniert es nicht, der Plan geht nicht auf. Ich denke ständig darüber nach, dass ich eigentlich in früheren Zeiten glücklicher war - mit anderen Männern. Und das, obwohl ich dachte, dieser hier könnte mir das Wasser reichen...
Irgendwo muss da ein Denkfehler liegen. Ich weiß nur noch nicht, wo.

Ich fange an, zu vergleichen.
Da war der Eine, bei dem alles so einfach schien, so unkompliziert. Wir waren uns so einig. Es gab keine Diskussionen, keine dramatische Gefühlsduselei, nur eine wunderbare Zeit.

Ich weiß gerade gar nicht, wen ich am meisten vermisse. Nur eins weiß ich sicher: dass es nicht der ist, den ich eigentlich vermissen sollte, wenn man die Sache mit normalem Menschenverstand betrachten würde.
Eigentlich geht mir das alles aber nur noch auf die Nerven, dieses ständige Diskutieren, dieses kindische Rumgeheule... Fast alles. Der Hübschheitsbonus ist schon aufgebraucht, jeder andere eventuelle Bonus neigt sich auch langsam aber stetig dem Ende zu.
Ende scheint mir sowieso momentan das beste Wort der Welt zu sein. Ende mit dieser ganzen lächerlichen Episode. Was hab ich mir nur dabei gedacht?! Lächerlich trifft es nämlich so sehr, dass man schon nicht mehr weiß, ob es wirklich zum Lachen oder nicht doch eher zum Weinen ist...

Ich hab mir in der Vergangenheit nie so viele Gedanken über das Ende gemacht, weil das Ende einfach irgendwann kam und nicht herbeigesehnt wurde. Aber das hier kann ich irgendwie nicht viel länger ertragen. Ich frage mich auch langsam nach dem Sinn. Das gab es früher auch nicht. Vermutlich hat das alles überhaupt keinen Sinn. Gar keinen. Null. Niente. Nada.
Und langsam begreife ich auch, was meine Mitmenschen mir schon seit Jahren predigen: Es kommt nicht nur auf's Aussehen an!
Das Aussehen kann täuschen - derbe enttäuschen!

Diese Episode ist das perfekte Gegenteil von dem Bild, das ich von ihm hatte.
Ich dachte, er wäre mehr so wie ich. Aber dass er so krass von allem abweicht, was ich von ihm gehalten habe - damit konnte doch keiner rechnen! Wirklich.

(2011)

Mittwoch, 26. Juli 2017

Also wenn wir das Glück auf Landkarten suchen, wohnst du gleich neben: Im Halbschlaf kotzen

Wieder einmal sitzen wir zusammen und zelebrieren eine schlaflose Nacht, indem wir reden und trinken, trinken und reden. Langsam fällt mir auf, wie weit wir uns entfernt haben von dem, was uns definierte. Ich glaube, er ist mir näher als irgendwer sonst und ich fange schon an zu glauben, was alle glauben.
Das ist falsch.

"Überleg dir mal", sagt er, "dass es niemanden gibt, der richtig ist und dass du aus all den Falschen den Besten raussuchen musst..." Also sozusagen, das kleinste Übel?! Ich denke kurz darüber nach. Wenn es nicht der Richtige ist, ist es nichts. Wenn es nicht perfekt ist, ist es keine Liebe. Wenn ich Kompromisse machen muss, werde ich nicht glücklich. Wenn ich nicht glücklich werde, kann ich es auch sein lassen. Dann werde ich so bleiben, wie ich bin - ein schlechter Mensch. Ist mir egal.

Fatalismus, vielleicht. Doch er sieht das genauso. Ich wünschte, wir wären die Richtigen füreinander. Er und ich. Sind wir aber nicht. Wir sind uns zu gleich.

(2010)