Leben ist wie Scherben essen

und sich wundern,

dass man Blut spuckt.

(Dirk Bernemann)

Mittwoch, 26. Juli 2017

Also wenn wir das Glück auf Landkarten suchen, wohnst du gleich neben: Im Halbschlaf kotzen

Wieder einmal sitzen wir zusammen und zelebrieren eine schlaflose Nacht, indem wir reden und trinken, trinken und reden. Langsam fällt mir auf, wie weit wir uns entfernt haben von dem, was uns definierte. Ich glaube, er ist mir näher als irgendwer sonst und ich fange schon an zu glauben, was alle glauben.
Das ist falsch.

"Überleg dir mal", sagt er, "dass es niemanden gibt, der richtig ist und dass du aus all den Falschen den Besten raussuchen musst..." Also sozusagen, das kleinste Übel?! Ich denke kurz darüber nach. Wenn es nicht der Richtige ist, ist es nichts. Wenn es nicht perfekt ist, ist es keine Liebe. Wenn ich Kompromisse machen muss, werde ich nicht glücklich. Wenn ich nicht glücklich werde, kann ich es auch sein lassen. Dann werde ich so bleiben, wie ich bin - ein schlechter Mensch. Ist mir egal.

Fatalismus, vielleicht. Doch er sieht das genauso. Ich wünschte, wir wären die Richtigen füreinander. Er und ich. Sind wir aber nicht. Wir sind uns zu gleich.

(2010)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen