Leben ist wie Scherben essen

und sich wundern,

dass man Blut spuckt.

(Dirk Bernemann)

Mittwoch, 26. Juli 2017

Also habe ich sichergestellt, dass ich mit meiner Vergangenheit konkurrieren kann

So langsam wird mir alles klar... Ich hab das alles so gewollt - selbstzerstörerischer Wahn, Apokalypse, Wahnsinn, Neurosen, Paranoia, Psychosen. In all der Zeit, in all den Jahren, hab ich genau darauf hingearbeitet. Alles mitgenommen, was ging. So viel geliebt, gehasst, gelacht, geweint, zerstört, dass es für ein ganzes Leben reicht. So oft Jubelschreie und Weltuntergangsstimmung, dass es nun nichts mehr gibt, was noch schocken kann.

Ich hab die Zeit dermaßen ausgefüllt - mit immer mehr und mehr.
Wenn man schon so viel erlebt hat, dass andere ein ganzes Leben dafür brauchen, wird's schwierig.
Immer wieder mal "Du kannst nicht alles haben", doch ich konnte, wenn ich wollte. Ohne Rücksicht auf Verluste, ich kannte keine Grenzen - woher auch?!
Beziehungen waren nicht wichtig für mich. Interessant waren die Jagd und die blauen Augen. Ernsthafte Beziehungen gingen gar nicht - die Enge machte mich krank und ich fühlte mich langsam und qualvoll verrecken.

Die Episoden allerdings waren fast jede eine bedeutungsvolle Showeinlage. Denn die waren mir ähnlich. Wir waren uns nie sicher. Jeder Schritt war aufregend, denn er konnte der letzte sein. Und ich liebe -ja wirklich: LIEBE- noch immer Details fast jeder einzelnen Episode.
Die Arroganz, die durchgeredeten Nächte, das Auf und Ab, die unschuldige Dreistigkeit, die Blicke, die Fast-Küsse, die Ausraster, die Wut, die krassen Aktionen, die irren Liebesbriefe, das Lächeln, das Stäbchen, der zusammenhanglose Wahnsinn, die Weihnachts-Nacht, das Alter, Teufel in den Augen, dieses Grinsen...

"In einige warst du verliebt, in andere nicht... Mit manchen hast du geschlafen, mit anderen nicht..."
Sie waren grundverschieden. In letzter Zeit bereue ich nur die eine Sache, die nicht passiert ist; es gibt halt etwas, das mir mehr Angst macht...

(2010)

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