Leben ist wie Scherben essen

und sich wundern,

dass man Blut spuckt.

(Dirk Bernemann)

Donnerstag, 27. Juli 2017

Mein Verstand ist über's WE verreist. Geil. Sturmfrei!

Es ist noch so früh am Morgen, dass es mir schwerfällt, den neuen Tag zu akzeptieren. Außerdem kann ich nicht glauben, was ich hier tue. Ich warte mit einem Kaffee auf einen meiner besten Freunde. Diese Aussage ist falsch. Vermutlich.

Ich kann es eigentlich nicht begreifen, aber ich freue mich darauf, ihn hier zu sehen. Mehr denn je.
Haben wir uns eigentlich je darüber unterhalten, wie das alles weitergehen soll?

Gleich wird er dort aus dem Zug steigen und er wird der einzige Mensch sein, den ich registriere, weil er einfach verdammt atemberaubend ist.
Er wird mich zur Begrüßung leicht auf den Mund küssen und die Menschen werden denken, wir würden eine dieser erwachsenen Beziehungen führen. Wenn man aber genau hinsieht, weiß man, dass es nicht so ist und dass wir "nur Freunde" sind.

> Warum eigentlich "nur" Freunde? Eigentlich ist Freundschaft doch unendlich viel wichtiger und bedeutsamer als Liebe. Liebe was ist das denn schon? Was sagt das aus? Aber Freundschaft... Bedeutet mir wirklich etwas. Für Freundschaft würde ich kämpfen, für Liebe nicht.

Er wird mich fragen, ob sich einer der Kandidaten gemeldet hat, ob es was Neues gibt. Er nennt sie Kandidaten, ich Idioten - vermutlich überwiegt hier sein Männlichkeitsgefühl, das ihn zwingt, auf der männlichen Seite zu stehen.
Er wird über meine Ausführungen nur lächeln. Weil er mich kennt. Weil er weiß, dass niemand eine Konkurrenz darstellen kann zu dem, was ich eigentlich will. Dazu sind die Kandidaten/Idioten zu stupide, zu leichtgläubig, zu einfach.

Und dann seh ich ihn, komplett übermüdet, aber trotz allem noch so viel hübscher als der Rest hier, dass es einem den Hals abschnürt. Und es kommt genau so, wie ich es schon in meinem Kopf durchgespielt hatte. Dafür liebe ich ihn.

(2011)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen