Leben ist wie Scherben essen

und sich wundern,

dass man Blut spuckt.

(Dirk Bernemann)

Mittwoch, 26. Juli 2017

Ich suche Sucht und finde dich

Ich habe noch immer Angst vor der großen Aussprache, deshalb flüchte ich. Als ich an der Theke stehe und mir die Frage stelle, ob Alkohol mir die Sache erleichtert oder erschwert, stellt er sich neben mich. Lächelt mich an, dieses bezaubernde, scheue Lächeln. Das ist wie einer dieser Augenblicke in den Filmen, dies Love-at-first-sight-Momente...Wenn ich es nicht besser wüsste. Und ich weiß es schließlich besser!
Ich überlege, welche Augen schöner sind - seine oder die des aktuellen Liebchens? Stop - never to think about! Denn ich vermute, die Antwort würde alles relativieren, weil ich dann ganz neue Sorgen hätte.

"Stell dir mal vor, du bist auf LSD und alles verschwimmt in bunten Lichtern und ich bin die einzige Person, die du klar siehst. Was würde das bedeuten?", fragt er.
Da sind sie wieder: Seine Fragen, die mein Gehirn nicht verträgt. Drogen sind für mich kein Thema, und das andere darf kein Thema sein. "Weißt du", sag ich und küss ihn zur Begrüßung auf die Wange, "das würde nur bedeuten, dass du die klarste Persönlichkeit im Raum bist und um das zu wissen brauch ich kein LSD!" Er lacht. Doch ich frage mich, wo das noch hinführen soll.

(2009)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen