Leben ist wie Scherben essen

und sich wundern,

dass man Blut spuckt.

(Dirk Bernemann)

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Donnerstag, 27. Juli 2017

Partly confused (all the time)

Es ist interessant, wie widersprüchlich das Leben sein kann, oder vielmehr das Empfinden.

Ich bin mir gerade mal wieder überhaupt nicht wirklich klar, was ich eigentlich will. Da ist ein komplettes Wirrwarr, weil sich riesige Abgründe auftun zwischen meiner eigentlichen Meinung und dem, was ich tatsächlich gerade denke. Weil es da ein absolutes Ungleichgewicht gibt.

Wie kann man denn so wunderbar eins sein, andererseits aber nur diskutieren? Wie kann es passieren, dass man jemanden mag, aber gleichzeitig doch nicht so wirklich, weil es zu viele Streitpunkte gibt?!

Wie kann man denn nicht sicher sein, ob man jemanden nun mag oder nicht???

(2011)

Man soll das Eisen schmieden... Vielleicht auch nicht?!

Seit einigen Tagen schwirrt diese kleine, dämliche Frage in meinem Kopf herum... Und zwar seitdem ich Taio Cruz & Ludacris' "Break your heart" mal aufmerksamst gehört hatte...

Ich frage mich:
Wie ist das, wenn zwei Menschen etwas miteinander anfangen, worauf läuft das hinaus, wenn beide eher Gefühlsspastiker & Liebeslegastheniker sind?

1) Win-Win-Situation
Weil beide keine Große-Romanze-Erwartungen haben und beide nicht in Gefahr schweben, sich ernsthaft zu verlieben? Weil beide cool und lässig damit umgehen können und beide genau wissen, was sie wollen und was sie nicht wollen - eine ernsthafte Beziehung nämlich. Also keine Liebe, keine großen Gefühlsdramen, keine Romantik; also nur chilliges Amüsement?

2) Lose-Lose-Situation
Weil es eigentlich traurig ist, dass beide nicht in der Lage sind, ernsthafte Beziehungen zu führen und Gefühle zuzulassen?

3) Win-Lose-Situation (also das Übliche)
Weil einer am Ende doch mehr will als der andere? Es sich zwar erstmal nicht eingestehen will, am Ende aber dann doch mit gebrochenem Herzen zurückbleibt?

(2011)

Forget love... I'd rather fall in chocolate

Vielleicht ist es manchmal einfach nötig, einen Schlußstrich zu ziehen, bevor es überhaupt richtig anfangen kann. Vielleicht ist es manchmal besser, sich erst gar nicht auf eine Sache einzulassen, wenn man von Anfang an weiß, dass es nicht gut enden wird.

Und es tut mir nicht mal leid. Eigentlich fühle ich gar nichts bei dem Gedanken daran, ihn nie wieder zu sehen. Eigentlich sollte ich aber doch wohl etwas empfinden? Ein kleines bisschen? Nur etwas? Ich sollte nicht so damit umspringen können. Irgendwann einmal werde ich damit wahrscheinlich Gefühle verletzen, ein Herz brechen, das nicht mein Eigenes ist.
Aber interessiert mich das wirklich? Ist das etwas, worüber ich mir ernsthaft Gedanken machen möchte? Nicht wirklich. Nein.

Ich bin einfach kein Gut-Mensch. Ich kann mir nicht helfen, aber ich bin so widersprüchlich, dass ich mich manchmal selbst nicht so ganz begreife.
Einerseits tut es mir leid, andererseits ist es mir richtig egal. Und die negative Seite gewinnt immer, d.h. es ist mir egal. Warum auch nicht.
An einem Tag möchte ich nur endlich daran glauben können, am nächsten Tag sage ich mir "Fuck it" und vergesse meinen Wunsch. Der nächste Tag ist meistens der, an dem das daran-glauben in greifbare Nähe gerückt ist, so dass ich die Chance nur noch ergreifen müsste, aber...Nein. Wirklich.

Eigentlich ist es unfassbar, was daraus geworden ist. Aus all den kleinen, kalkulierten Spielchen scheint irgendwie mit der Zeit Ernst geworden zu sein. Doch das kann ich nicht. Ich kann nur die Spielchen, ich beherrsche nichts anderes als das.

(2011)

Krankes Kind, die Hölle ist da, wo ich bin

Wir schaffen uns unsere ureigene Hölle, indem wir an dem festhalten, was wir uns selbst seit Jahren einprügeln.
Es vergeht der Tag, es kommt die Nacht und mit ihr die unglaublichsten Gedankengänge...
Wir feiern. Wir tanzen. Wir sind happy.

Doch dann...die Musik!!! Die Beste und ich gucken uns nur an, schütteln den Kopf, resignieren und versuchen möglichst cool zur Bar zu gelangen. Nur nicht anmerken lassen, wie sehr uns diese Musik zurückwirft (um einige Jahre nämlich), uns erschüttert. Wie sehr wir sie noch lieben. Wie viele Erinnerungen wir damit verknüpft haben.
Es gab da mal dieses Mixtape, auf diesem Mixtape war der Song No.1, und alles, was dieses Mixtape aussagte, war bedeutend tief. Wir haben es jahrelang fast auschließlich gehört und anschließend in einer rituellen Opferung in viele kleine Splitter zerschlagen. Die Splitter schmerzen noch immer.

Nun vollkommen unerwartet dieses Sample zu hören, ist so schmerzhaft, dass wir am liebsten umgehend verschwinden würden. Weil wir nicht darauf vorbereitet waren, können wir die Gedanken nicht bremsen.
Während die Musik spielt, kippen wir Tequila und nippen während der Wartezeiten an 43er mit Milch, weil die Milch uns ein Gefühl von gesundheitsbewusster Ernährung vermittelt: Hey, wir leben gesund - so schlimm kann es gar nicht sein!

Der Mix des Samples ist neu - und er ist gut.
Wir waren gewarnt. Wir wussten, dass es viele neue Remixe geben würde. Der Song ist nun mal oberste Liga, einer der besten Songs ever.
Und nur weil wir so dämlich waren, damit Erinnerungen an etwas zu verknüpfen, was für uns mal Hoffnung war, kann man den Song nicht hassen. Von der musikalischen Seite gesehen, ist und bleibt er einer unserer absoluten Lieblingsstücke. Von der gefühlsmäßigen Seite betrachtet, gibt er uns immer noch ein gutes Gefühl, das Einzige, was stört, sind die Erinnerungen...
Vielleicht werden wir einfach die alten Erinnerungen durch neue Schönere relativieren und alles wird gut.

Niemand weiß um die Bedeutung, die der Song für uns hat. Nur wir beide.
Darum sitzen wir jetzt hier, fassungslos, und wollen das Vergangene zurück. Das kommt doch wohl vom Alkohol! Schließlich haben wir es selbst beendet. Und jetzt wollen wir es zurück?! Und warum? Weil wir manchmal noch daran glauben.
Scenes from an obesessive, crazy life.
Wenn man sein Leben lang nur solche Episoden erlebt/überlebt hat, wird man wohl so... Verrückt. Merkwürdig. Katastrophal.
So sitzen wir da und reden.
Doch dann, der Song ist vorbei. Zu "memories" stehen wir auf, gehen wieder tanzen und...sind happy.
Vergessen geht schnell in unserer Welt.

(2011)

Mittwoch, 26. Juli 2017

Ging es um die Sterne, oder ham wir uns belogen?

"Wohin führ'n uns're Wege? Wo bist du in diesen Tagen? Ich kann dich nicht vergessen. Ich rufe deinen Namen."
Es gibt Musik, die einem die ganzen sorgfältig versteckten und verdrängten Erinnerungen zurückbringt. Und zwar alle auf einmal. Diese Musik bringt einen zurück an verwunschene Orte in einer längst vergessenen Zeit. Soweit ich mich erinnern kann, fing alles mit ebendieser Musik an. Ich kann fast alle Texte mitsingen und zu so gut wie jedem Song eine Anekdote erzählen. Jetzt, als ich diesen Song plötzlich unerwartet auf einem Mixtape höre, drücke ich sofort "Repeat one" und bekomme fast Tränen in die Augen aufgrund der Ausweglosigkeit des Daseins.
Doch irgendwas ist anders. Irgendetwas klopft an mein Gehirn und will rein, und dann wieder raus auf's Papier.

"Sag mir, was hast du getan? Denn dein Licht brennt immer noch in mir. Für immer."
Das Alles, das ganze Drama, fing vor Jahren an. Eine trunkene Nacht und die Lichtgestalt.
Ich habe gelernt, dass die Realität unmöglich ist, die Liebe unglaubwürdig, was es bedeutet, einfach da zu sein. Die Arroganz, der Egoismus, die Fick-dich-Attitude.
All die Zeit hat mich geprägt.

"Hat Gott auf mich geschissen oder warum ließ ich dich gehen?
All die Episoden, bei denen nie wirklich was passierte... Und die anderen... Mich wundert es, dass wir uns heute noch verstehen.
Und deshalb frage ich mich, ob ich dieses Leben und die Liebe wohl jemals ernst nehmen kann.

Ich schwelge in der Musik, in den Erinnerungen & ich fange an, zu bereuen, was ich nicht getan habe.

"Ich sitze hier im Dunkel. Die Zeit steht still. Ich denke nach, über dich und mein Gefühl."

(Textauszüge: Böhse Onkelz - Für immer)

(2010)

Der rote Faden. Hab ihn verloren.

Ich sehe die Sonne nicht mehr, weil ich es nicht will. Ich will nur noch die Nacht sehen, das Dunkle, das Wahrhafte.
Ich will nichts spüren, nichts, außer dem Schmerz.
Er lässt mich wissen, dass ich noch lebe. Bin mir nicht sicher, ob ich darüber glücklich oder traurig sein soll, bin aber jedenfalls erstaunt.

Das Leben interessiert sich nicht dafür, ob es jemanden durch sein bloßes Vorhandensein niederprügelt. Die Dinge, wie sie liegen, sind anders als sie scheinen. Sich verlieren als letzten Ausweg sehen.

"Stell dir mal vor, du hättest keine Verpflichtungen, niemand, dem du etwas schuldig bist - was würdest du tun?", hat er mich kurz nach dem Crash gefragt. Meine Antwort: "Ich würde mir den goldenen Schuss setzen" Und er: "Stell dir diese Frage immer und immer wieder. Und wenn du sie irgendwann anders beantwortest, dann hast du verlernt oder vergessen und solltest die Konsequenzen ziehen!"

(2009)

I just feel I'm really losing my mind

Am Ende stellt man sich, wie so oft im Leben, die durchaus berechtigte Frage: WANN???
Wann werde ich endlich die Erleichterung spüren, das befreiende Gefühl, noch mal davon gekommen zu sein? 

Denn man findet den Weg nicht mehr und man erträgt den Schmerz nicht. Es ist falsch, zu leiden; der Schmerz nimmt einem die Luft zum Atmen.
Und letztendlich wollte man es doch so.

Man lebt in einem Vakuum, zwischen zwei Leben; das alte soeben beendet, das neue noch nicht in Sicht. 
Also wartet man. 
Beim Warten hat man viel -zu viel- Zeit zum Nachdenken und natürlich haben die Gedanken nur ein Ziel und je länger es dauert, desto sicherer ist man, die falsche Entscheidung getroffen zu haben - oder eben die richtige, aber zur falschen Zeit.
Doch:
In dieser Zeit, der Vakuum-Zeit, ist nichts real, das alles ist nur Illusion hervorgerufen durch den (freiwilligen) Verzicht.

Und du leidest.
Deine Gedanken gaukeln dir vor, dass alles gut wird, wenn du nur zurückgehst, nur einen Schritt - sie kennen halt nur ein Ziel und haben keine Ahnung von der Angst, die dich in der Enge packt und in Einzelteile zerlegt. Sie kennen nicht die Panik, die dich befällt, wenn du deine Freiheit schwinden spürst. Für sie sind das Nichtigkeiten, die sie erfolgreich verdrängt haben.

Du hingegen weißt genau: DerSchmerz fällt dir leichter, als die Enge, und du weißt genau, dass deine Träume groß genug sind, die Zweifel zu beseitigen. Dennoch liegst du am Boden, zerschmettert und traurig. Warum?

Du glaubst, im Moment gibt es nur einen Menschen, der dir dies beantworten kann, mit seiner sanften Stimme und den traumblauen Augen, und bis gestern hätte er es mit Freuden getan. Doch schon heute hat er sich so weit von dir entfernt, dass er deinen Hilferuf nicht mehr hören kann.
Distanz ist Medizin für die einen und gleichzeitig Gift für die anderen.

(2009)

After dark.....

Der Mann mit der göttlichen Stimme hat gesagt, dass wir uns bestimmt wieder vertragen werden.
Aber um sich vertragen zu können, muss man sich gestritten haben, oder?!

I'm so so sorry!
Mehr kann ich dazu nicht sagen, nur: Es tut mir so leid, verdammt!

Ich habe keine Erklärung, ich kann nur den Versuch wagen:
Es ist unangenehm, eine ungeschriebene Rolle im Leben eines anderen zu spielen, die man nicht erfüllen kann oder will.
Ich kann es nicht.
Und ich will es nicht. 

(2009)

Ich suche Sucht und finde dich

Ich habe noch immer Angst vor der großen Aussprache, deshalb flüchte ich. Als ich an der Theke stehe und mir die Frage stelle, ob Alkohol mir die Sache erleichtert oder erschwert, stellt er sich neben mich. Lächelt mich an, dieses bezaubernde, scheue Lächeln. Das ist wie einer dieser Augenblicke in den Filmen, dies Love-at-first-sight-Momente...Wenn ich es nicht besser wüsste. Und ich weiß es schließlich besser!
Ich überlege, welche Augen schöner sind - seine oder die des aktuellen Liebchens? Stop - never to think about! Denn ich vermute, die Antwort würde alles relativieren, weil ich dann ganz neue Sorgen hätte.

"Stell dir mal vor, du bist auf LSD und alles verschwimmt in bunten Lichtern und ich bin die einzige Person, die du klar siehst. Was würde das bedeuten?", fragt er.
Da sind sie wieder: Seine Fragen, die mein Gehirn nicht verträgt. Drogen sind für mich kein Thema, und das andere darf kein Thema sein. "Weißt du", sag ich und küss ihn zur Begrüßung auf die Wange, "das würde nur bedeuten, dass du die klarste Persönlichkeit im Raum bist und um das zu wissen brauch ich kein LSD!" Er lacht. Doch ich frage mich, wo das noch hinführen soll.

(2009)

Ich könnte es dir erklären, aber dein Gehirn würde explodieren

Very funny indeed. Die Dinge, die wir sehen, langweilen uns. Wir werden sie vergessen haben, noch bevor die Nacht endlich den Tag niedergekämpft hat. 

Irgendwo und irgendwann ist mal ein Überschuss an Bildern in unseren Köpfen entstanden und jetzt sind wir nicht mal mehr in der Lage, das Gesicht des anderen zu beschreiben, wenn er weg ist. Wir können uns nur an das gute Gefühl erinnern, das es in uns weckt.

Und sowieso: Eigentlich interessiert es uns nicht sonderlich. Es ist wichtiger, unseren eigenen Gedanken Bilder zu geben. Die Realität langweilt uns, also leben wir mit der Phantasie. 

Wir können zwar nicht sagen, wie diese Kirche aussieht, aber wir können in schillernden Einzelheiten beschreiben, wie sie in Flammen aufgeht und einstürzt.
"Versuch das mal jemandem zu erklären...", sagt er. Ja, denn das könnte man nicht. Es sind kranke, absurde Gedanken, aber doch eigentlich nicht weit entfernt von der Realität. Weil: Irgendwo wird bestimmt gerade jemand damit beschäftigt sein, eine Kirche in die Luft zu sprengen. Wir leben nämlich in so einer Welt.

Das Reizvolle ist nicht die tatsächliche Umsetzung, sondern die Vorstellung. An die Vorstellung reicht die Realität nämlich meistens nicht ran. 

Und so fliehen wir, weil wir zu zerbrochen sind zum Kämpfen. Und lassen dabei ein bisschen hinter uns, zwar nicht weit genug, aber immerhin.

Wäre es nicht wunderbar, morgen aufzuwachen und all den Irrsinnskram, den wir mal gelernt haben, vergessen zu haben? Den ganzen Seelenschrott, die ganzen Menschen, die ganzen bösen Erinnerungen - allet weg, allet jut?! 
Das Kopfgefickt-Gefühl würde verschwinden & Platz schaffen für wichtige Dinge.

(2009)

Über meine Gefühle reden?! Äääähm...ich bin dann mal weg!

Irgendwann kommt zwischen zwei Menschen der Punkt, an dem man über seine Gefühle zum anderen sprechen muss. Diesen Punkt möchte ich einfach überspringen, wenigstens dieses eine Mal, denn ich möchte ihn nicht anlügen und die Wahrheit wird ihm vielleicht weh tun.

Er ist mir ähnlicher, als die Idioten, die mich sonst umgeben. Und ich mag ihn. Wirklich. 
Sonst bedeutet es mir nichts & es interessiert mich auch nicht. Damn it, was kann ich dafür, dass meine Gefühle nicht tief gehen! Ok. Wirklich.

Vielleicht hab ich auch Glück und er versucht wie ich diesen Punkt einfach zu umgehen.
Wenn dem aber nicht so ist, werde ich mir wünschen, ich wäre ein besserer Mensch. 
Denn ich will ihm nicht erklären müssen, wie viel er mir bedeutet, obwohl ich gleichzeitig weiß, dass es niemals genug sein wird. 
Ich will ihm nicht erzählen müssen, dass die Worte "Ich liebe dich" für mich nur ein Stereotyp sind, dass ich dabei nicht das empfinde, was der Standard zu empfinden scheint.
Ich will ihm nicht sagen sagen müssen, was ihn verletzen wird, nämlich, dass ich Liebe zwar manchmal nachempfinden kann, dass es aber nie auf Dauer ist und dass es nie mit ihm zu tun hat.

Ich will dieses Gespräch nicht führen. Nicht mit ihm. Punkt.

(2009)