Leben ist wie Scherben essen

und sich wundern,

dass man Blut spuckt.

(Dirk Bernemann)

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Mittwoch, 26. Juli 2017

Wenn du die Stecknadel nicht findest, zünde den Heuhaufen an.

Wenn ich mir so Gedanken über dieses Jahr mache, so ein Resümee, dann bin ich erstaunt, dass es mir verhältnismäßig so gut geht. Nur wird mir immer bewusster, dass ich es falsch angegangen bin, aber: 

Menschen wie ich werden eben nicht erwachsen.
Wir lernen nicht aus unseren Fehlern, im Gegenteil:

Wir streuen Salz in die Wunden,
um zu sehen,
ob es noch weh tut.

Wir lassen los was wir brauchen,
um zu sehen,
wie groß die Freiheit ist.

Wir zerstören, was wir lieben,
um zu sehen,
wie tief die Gefühle gehen.

Wir ignorieren, was wir verehren,
um zu sehen,
wie weit man gehen kann.

Wir stellen unerreichbare Ansprüche,
um zu sehen,
wie perfekt es werden kann.

Die Träume, die Erwartungen sind einfach zu hoch, doch sie runterschrauben, hieße aufgeben...

(2009)

Der rote Faden. Hab ihn verloren.

Ich sehe die Sonne nicht mehr, weil ich es nicht will. Ich will nur noch die Nacht sehen, das Dunkle, das Wahrhafte.
Ich will nichts spüren, nichts, außer dem Schmerz.
Er lässt mich wissen, dass ich noch lebe. Bin mir nicht sicher, ob ich darüber glücklich oder traurig sein soll, bin aber jedenfalls erstaunt.

Das Leben interessiert sich nicht dafür, ob es jemanden durch sein bloßes Vorhandensein niederprügelt. Die Dinge, wie sie liegen, sind anders als sie scheinen. Sich verlieren als letzten Ausweg sehen.

"Stell dir mal vor, du hättest keine Verpflichtungen, niemand, dem du etwas schuldig bist - was würdest du tun?", hat er mich kurz nach dem Crash gefragt. Meine Antwort: "Ich würde mir den goldenen Schuss setzen" Und er: "Stell dir diese Frage immer und immer wieder. Und wenn du sie irgendwann anders beantwortest, dann hast du verlernt oder vergessen und solltest die Konsequenzen ziehen!"

(2009)

I just feel I'm really losing my mind

Am Ende stellt man sich, wie so oft im Leben, die durchaus berechtigte Frage: WANN???
Wann werde ich endlich die Erleichterung spüren, das befreiende Gefühl, noch mal davon gekommen zu sein? 

Denn man findet den Weg nicht mehr und man erträgt den Schmerz nicht. Es ist falsch, zu leiden; der Schmerz nimmt einem die Luft zum Atmen.
Und letztendlich wollte man es doch so.

Man lebt in einem Vakuum, zwischen zwei Leben; das alte soeben beendet, das neue noch nicht in Sicht. 
Also wartet man. 
Beim Warten hat man viel -zu viel- Zeit zum Nachdenken und natürlich haben die Gedanken nur ein Ziel und je länger es dauert, desto sicherer ist man, die falsche Entscheidung getroffen zu haben - oder eben die richtige, aber zur falschen Zeit.
Doch:
In dieser Zeit, der Vakuum-Zeit, ist nichts real, das alles ist nur Illusion hervorgerufen durch den (freiwilligen) Verzicht.

Und du leidest.
Deine Gedanken gaukeln dir vor, dass alles gut wird, wenn du nur zurückgehst, nur einen Schritt - sie kennen halt nur ein Ziel und haben keine Ahnung von der Angst, die dich in der Enge packt und in Einzelteile zerlegt. Sie kennen nicht die Panik, die dich befällt, wenn du deine Freiheit schwinden spürst. Für sie sind das Nichtigkeiten, die sie erfolgreich verdrängt haben.

Du hingegen weißt genau: DerSchmerz fällt dir leichter, als die Enge, und du weißt genau, dass deine Träume groß genug sind, die Zweifel zu beseitigen. Dennoch liegst du am Boden, zerschmettert und traurig. Warum?

Du glaubst, im Moment gibt es nur einen Menschen, der dir dies beantworten kann, mit seiner sanften Stimme und den traumblauen Augen, und bis gestern hätte er es mit Freuden getan. Doch schon heute hat er sich so weit von dir entfernt, dass er deinen Hilferuf nicht mehr hören kann.
Distanz ist Medizin für die einen und gleichzeitig Gift für die anderen.

(2009)

After dark.....

Der Mann mit der göttlichen Stimme hat gesagt, dass wir uns bestimmt wieder vertragen werden.
Aber um sich vertragen zu können, muss man sich gestritten haben, oder?!

I'm so so sorry!
Mehr kann ich dazu nicht sagen, nur: Es tut mir so leid, verdammt!

Ich habe keine Erklärung, ich kann nur den Versuch wagen:
Es ist unangenehm, eine ungeschriebene Rolle im Leben eines anderen zu spielen, die man nicht erfüllen kann oder will.
Ich kann es nicht.
Und ich will es nicht. 

(2009)

Der Mann in der Menge

Ich wünschte,
Du wärst der Mann in der Menge,
der, den ich unter hunderten, tausenden zu finden versuchte.

Ich wünschte,
Du wärst der Mann in der Menge,
der, dessen Blick mich alles vergessen lässt.

Ich wünschte,
Du wärst der Mann in der Menge,
der, der mit seinem Lachen alles gutzumachen scheint.

Ich wünschte,
Du wärst der Mann in der Menge,
der, der mich sicher sein lässt.

Ich wünschte,
Du wärst es,
doch Du kannst es nicht sein.

(2009)

He sings a love song as we go along

...und erschreckenderweise tut er genau das.
Er singt irgendeinen Love-Song, während wir durch die Straßen laufen. Ich blicke mein aktuelles Liebchen an und kann es nicht fassen. Ich kann nur denken, dass das nicht wahr sein darf. Träume ich? Bin ich auf Drogen? Spinne ich? Oder alles zusammen? Leider wohl nicht. Mein Kopf fühlt sich zu klar an.

The end is near - ich sehe es winken. 
Mit fröhlichem Gesicht und dreckigem Lachen steht es da und winkt mir zu.
Es ist wahr: In jeder zum Scheitern verurteilten Beziehung kommt einmal der Punkt, an dem man innehält und merkt, dass man den Anfang vom Ende miterlebt. Es ist genau so, wie Alfie sagte...

Das hier ist der Punkt, der Moment, der Anfang vom Ende.

(2009)

Seriöses Auftreten trotz total kaputten Innenlebens

Wir liegen nebeneinander im Bett. Wir gucken Filme. Die Klassiker. Den ganzen Tag. Wir reden von Patrick Bateman. Ich bin erstaunt, dass er meine Ansichten teilt - zumindest größtenteils, nur dessen Aussehen interessiert ihn nicht - klar, er steht ja auf Frauen.

Ich bin fasziniert von Patrick Bateman. Er ist die Extrem-Verkörperung aller interessanten Menschen. Er sieht so unglaublich gut aus, er trägt eine tolle Fassade, dabei hat er aber die brutalsten, perversesten Gedanken. 

Im Prinzip ist es doch immer so, wie Oscar Wilde sagte: "Alle anziehenden Leute sind immer im Kern verdorben."

All die Menschen, die wir heute schon auf dem Bildschirm gesehen haben, bestätigen dies.
Derek Vinyard ist am heißesten, wenn er auf der Straße auf die Knie fällt oder sein Tattoo zeigt - mit diesem irrsinnigen, selbstzufriedenen Grinsen.
Pete Dunham ist der Wahnsinn, obwohl oder gerade weil er fanatisch ist.
Crash ist innerlich total kaputt, und wahrscheinlich deshalb so anziehend.

Ich sehe ihn an und plötzlich wird mir klar, dass er genauso ist. Er ist irrsinnig hübsch, er kann nett sein, aber im Prinzip ist auch er fanatisch-böse. Und genau das wird der Grund sein, warum er mich versteht.

(2009)

Ich suche Sucht und finde dich

Ich habe noch immer Angst vor der großen Aussprache, deshalb flüchte ich. Als ich an der Theke stehe und mir die Frage stelle, ob Alkohol mir die Sache erleichtert oder erschwert, stellt er sich neben mich. Lächelt mich an, dieses bezaubernde, scheue Lächeln. Das ist wie einer dieser Augenblicke in den Filmen, dies Love-at-first-sight-Momente...Wenn ich es nicht besser wüsste. Und ich weiß es schließlich besser!
Ich überlege, welche Augen schöner sind - seine oder die des aktuellen Liebchens? Stop - never to think about! Denn ich vermute, die Antwort würde alles relativieren, weil ich dann ganz neue Sorgen hätte.

"Stell dir mal vor, du bist auf LSD und alles verschwimmt in bunten Lichtern und ich bin die einzige Person, die du klar siehst. Was würde das bedeuten?", fragt er.
Da sind sie wieder: Seine Fragen, die mein Gehirn nicht verträgt. Drogen sind für mich kein Thema, und das andere darf kein Thema sein. "Weißt du", sag ich und küss ihn zur Begrüßung auf die Wange, "das würde nur bedeuten, dass du die klarste Persönlichkeit im Raum bist und um das zu wissen brauch ich kein LSD!" Er lacht. Doch ich frage mich, wo das noch hinführen soll.

(2009)

Ich könnte es dir erklären, aber dein Gehirn würde explodieren

Very funny indeed. Die Dinge, die wir sehen, langweilen uns. Wir werden sie vergessen haben, noch bevor die Nacht endlich den Tag niedergekämpft hat. 

Irgendwo und irgendwann ist mal ein Überschuss an Bildern in unseren Köpfen entstanden und jetzt sind wir nicht mal mehr in der Lage, das Gesicht des anderen zu beschreiben, wenn er weg ist. Wir können uns nur an das gute Gefühl erinnern, das es in uns weckt.

Und sowieso: Eigentlich interessiert es uns nicht sonderlich. Es ist wichtiger, unseren eigenen Gedanken Bilder zu geben. Die Realität langweilt uns, also leben wir mit der Phantasie. 

Wir können zwar nicht sagen, wie diese Kirche aussieht, aber wir können in schillernden Einzelheiten beschreiben, wie sie in Flammen aufgeht und einstürzt.
"Versuch das mal jemandem zu erklären...", sagt er. Ja, denn das könnte man nicht. Es sind kranke, absurde Gedanken, aber doch eigentlich nicht weit entfernt von der Realität. Weil: Irgendwo wird bestimmt gerade jemand damit beschäftigt sein, eine Kirche in die Luft zu sprengen. Wir leben nämlich in so einer Welt.

Das Reizvolle ist nicht die tatsächliche Umsetzung, sondern die Vorstellung. An die Vorstellung reicht die Realität nämlich meistens nicht ran. 

Und so fliehen wir, weil wir zu zerbrochen sind zum Kämpfen. Und lassen dabei ein bisschen hinter uns, zwar nicht weit genug, aber immerhin.

Wäre es nicht wunderbar, morgen aufzuwachen und all den Irrsinnskram, den wir mal gelernt haben, vergessen zu haben? Den ganzen Seelenschrott, die ganzen Menschen, die ganzen bösen Erinnerungen - allet weg, allet jut?! 
Das Kopfgefickt-Gefühl würde verschwinden & Platz schaffen für wichtige Dinge.

(2009)

Auch Würggeräusche sind ernstzunehmende Kommentare. Immer.

Und alle nerven so. Was ist eigentlich los? Was wollen diese ganzen Penner von mir? Kreaturen, die ich nicht sonderlich mag, quatschen mich dicht, stellen mir Fragen, die ich nicht beantworten will - jedenfalls nicht denen. Sie zerren an meinen Nerven. Was geht diese Leute mein Leben an?!

Überall anders würde ich mein Gegenüber einfach stehenlassen, mich umdrehen und gehen. Hier ist das leider schlecht. 
Merken die eigentlich noch was? Arbeitskollegen können eine Plage sein, Vorgesetzte noch mehr und es gibt zu wenige Ausnahmen! Es gibt keinerlei Gleichgewicht zwischen guten Menschen, Idioten und nichtssagenden Menschen. Es gibt eine deutliche Unterzahl an Erstgenannten. Leider. Die sollen mich einfach in Ruhe lassen.

Es fällt mir so schwer, die Kommentare runterzuschlucken, die Grimassen zu verbergen und nicht einfach zuzuschlagen. Ich verachte diese hinterhältigen, verlogenen Schweine. Ehrlich.
Und die nerven so derbe. Wenn's zuviel wird, flieh ich in deine Stimme.

(2009)

Das Einzige, was mir noch hilft, wenn nichts mehr geht...ist Musik

Manchmal ist es das Größte, morgens um halb vier durch die Straßen zu laufen. Musik auf den Ohren und Red Bull in der Hand. Allein. Kopfhörer auf, Musik an, Welt aus.

"Thinkin that only the dead are forever young"
So ist es auch mit gestorbenen Lieben, denke ich.
Und ich werde bei diesem Song immer zwei Dinge vor Augen haben: Pete Dunham, wie er am Boden liegt und totgetreten wird; und meine Beerdigung. Es gibt viele Songs, die ich auf meiner Beerdigung hören will, nur: Ich werde sie dann nicht mehr hören können, und die Leute, die sie dann noch hören können, werden die Bedeutung nicht verstehen. Welche Verschwendung!

"The shorter story, no love, no glory, no hero in her sky. I can't take my mind off of you"
Nur ich, die leere Straße, die Musik, das Red Bull, die gefühlte fünfzigste Zigarette und die Erinnerung an das eine Ende. Nervenzusammenbruch. Tränen. Krise. Und nach 3 Tagen Neben-mir-stehen, nicht-ich-selbst-sein: Nichts mehr. Nothing. Irgendwie abartig, wie schnell meine Gefühle verfliegen.

"I just hide behind the tears of a clown"
Genau, denke ich. Einfach weitergehen. Den Kopf frei kriegen. Hut tiefer ins Gesicht ziehen, damit niemand die Tränen sieht. Ich hasse es, zu heulen, noch mehr hasse ich nur die Menschen, die versuchen, zu trösten. Ich war nie ein Kind, das schrie und brüllte, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich will einfach nur mit der Trauer allein sein.

"I just want to be there when we're caught in the rain"
Das macht es schlimmer, doch die Stimme macht es erträglich. Die Stimme ist der Wahnsinn. Wenn er von Liebe singt, denkt man unweigerlich an Sex. Das macht den Song glaubwürdig.

Musik ist etwas, das mich mit den wichtigen Personen verbunden hat & es noch heute irgendwie tut.
Alle wesentlichen Menschen hatten Musik in meiner Story. Ich bin wohl überhaupt nicht in der Lage, das ganze ohne Musik zu empfinden, zu erleben, zu überleben. 
Es gab unzählige Songs, die ich mit besonderen Menschen gemeinsam gehört, gefeiert, geliebt habe.
Haben wir die Bedeutungen gleich erfasst? Warum hab ich nie etwas begriffen? Haben wir uns durch die Musik definiert?
Hätte es bei irgendwem etwas geändert, wenn wir Klartext gesprochen hätten, statt uns Songs um die Ohren zu hauen? 

Einige der Geschichten können mit Musik geschrieben werden.

"This music will never be the same without you."

(2009)

Über meine Gefühle reden?! Äääähm...ich bin dann mal weg!

Irgendwann kommt zwischen zwei Menschen der Punkt, an dem man über seine Gefühle zum anderen sprechen muss. Diesen Punkt möchte ich einfach überspringen, wenigstens dieses eine Mal, denn ich möchte ihn nicht anlügen und die Wahrheit wird ihm vielleicht weh tun.

Er ist mir ähnlicher, als die Idioten, die mich sonst umgeben. Und ich mag ihn. Wirklich. 
Sonst bedeutet es mir nichts & es interessiert mich auch nicht. Damn it, was kann ich dafür, dass meine Gefühle nicht tief gehen! Ok. Wirklich.

Vielleicht hab ich auch Glück und er versucht wie ich diesen Punkt einfach zu umgehen.
Wenn dem aber nicht so ist, werde ich mir wünschen, ich wäre ein besserer Mensch. 
Denn ich will ihm nicht erklären müssen, wie viel er mir bedeutet, obwohl ich gleichzeitig weiß, dass es niemals genug sein wird. 
Ich will ihm nicht erzählen müssen, dass die Worte "Ich liebe dich" für mich nur ein Stereotyp sind, dass ich dabei nicht das empfinde, was der Standard zu empfinden scheint.
Ich will ihm nicht sagen sagen müssen, was ihn verletzen wird, nämlich, dass ich Liebe zwar manchmal nachempfinden kann, dass es aber nie auf Dauer ist und dass es nie mit ihm zu tun hat.

Ich will dieses Gespräch nicht führen. Nicht mit ihm. Punkt.

(2009)

He's never enought, but still: He's more than I can take

Heute sitzen wir wieder da und reden über Belangloses. Es ist noch immer unfassbar für mich, dass ich schon so lange von seiner Existenz weiß und trotzdem ohne ihn gelebt hab.

Wo war er, als ich meinen ersten Kuss bekam? Wo war er, als ich mich das erste Mal ernsthaft verliebte bzw. es glaubte? Wo war er bei der ersten Katastrophe, beim Treppensturz, bei der Stäbchen-Episode, in der Hey-Baby-Ära, usw... Wo war er?
Wahrscheinlich unweit von mir. Er hat sein Leben gar nicht so entfernt von mir geführt. Bestimmt waren wir oft auf den gleichen Parties, nur eben nicht gemeinsam.

Und nun kennt er meine, und ich seine Geschichte. Jetzt können wir in der Gegenwart weitermachen. Dabei zerstört er Illusionen: "Der Typ mag dir ähnlich sein, aber er ist ganz einfach nicht wie du. Er wird es sicher ernst meinen und sich vielleicht verlieben in dich. Denk mal an die Typen vor ihm, mit Blumen vor der Tür oder Songs vorm Fenster... Aber es bleibt ja noch die Hoffnung, dass ich mich täusche"
Na dann... Wohlauf!

(2009)

Ich komm nich klar. Kommste mit?

Wieder ein Tag, an dem alles ganz so scheint, als müsste ich mich dem tristen Alltag doch ergeben... Aber ich kann das nicht. Dazu wurde ich nicht gemacht. Aber es gibt nicht viel mehr, was da noch wäre. Und es gibt etwas, das mir mehr Angst macht.

Noch langweile ich mich nicht, nur der Gedanke an 3-Wochen-weiter, der langweilt mich.
Dann ist das alles nicht mehr neu.

Und irgendwann, gefühlte 3 Jahre später, finde ich mich hier wieder.
"Hast du dir mal überlegt", so beginnt er viele Gespräche, "wie es wäre, plötzlich irgendwo anders aufzuwachen, als da, wo du eingeschlafen bist?" Er bringt mich dazu, über Dinge nachzudenken, die ich eigentlich nicht in meinem Gehirn haben will, also sage ich scherzhaft: "Solange ein starker Mann neben mir liegt, der mich retten kann, ist es egal..." Aber er kennt mich eben doch ganz gut: "Als ob! So viel Vertrauen hast du in niemanden!" Und er hat ja Recht, verdammt. Aber die meisten Frauen würden sich sicher fühlen, wenn ein starker Mann neben ihnen liegen würde, oder nicht?! Nur eben ich nicht. Ich liebe Männer, aber ich brauche keinen, um mich zu beschützen. Das mach ich schon ganz allein, bin ja schon groß. "Du hast früh begriffen, dass niemand dich halten kann und dass niemand in der Lage ist, dich zu retten. So wie ich." 
Ja verdammt, so ist es. Niemand könnte mich halten. Nicht mal das aktuelle Liebchen mit den traumblauen Augen und diesem Kreuz aus Eisen. Das zu hoffen wäre Selbstbetrug. Ich weiß das. Er weiß das. Nur das aktuelle Liebchen, der weiß das nicht. Ich muss es ihm mal erklären - bei Gelegenheit.

(2009)

Die entartet sind, finden keine Zuflucht

Wenn alle Menschen so denken und empfinden würden wie ich, ich glaube, dann wäre die Welt schon verbrannt - ein schöner, riesengroßer Feuerball im Universum. Forever gone.
Ein absurder Gedanke? Vielleicht.

Und er sitzt da neben mir und denkt ähnlich wie ich. Was ein Mörderduo, wie Bonnie und Clyde, von Anfang an zum Scheitern verurteilt.
Nur: Wir sind nicht Bonnie und Clyde und wir wissen das.
"Stell dir mal vor, wir wären ein Paar...", sagt er, und ich: "Ja... und alle so auf: 'Was ein perfektes Paar - die sind sich so ähnlich' und keiner würde merken, dass gerade das nicht gut ist..." Er meint: "Ja, denn vermutlich würden wir durchdrehen. Wir würden ein Geheimnis leben, das keiner versteht."

Faszinierende, kranke Gedanken im Sonnenschein.
Er war immer ein Träum, nie hätte ich gedacht, dass wir uns mal so ähnlich sein würden. Wir sprechen die gleiche Sprache... Wie konnte das denn bitte passieren?!
Wenn er redet, klingt er ernst und seine Augen -blaue Augen- strahlen boshaft. Ich glaube, ich hab mein Leben verpasst.
Ich hätte nie gedacht, dass wir uns mal so ähnlich sein würden. Und so nah.

(2009)

I la-la-la-la-like you

"Ich mag dich. <3"
- "Ich mag dich auch."

War es so einfach? Nichts ist jemals so einfach. Ich kann dem Frieden nicht trauen. Noch nicht. 

Wobei...unsere Ähnlichkeit ist signifikant und ein "Ich mag dich" drückt daher vermutlich das tiefste aus, was wozu wir uns imstande sehen. Mehr geht nicht.
Es war das Einzige, was er sagen konnte. Alles andere wäre nicht wahr gewesen.
Es war das Einzige, was ich entgegnen konnte. Alles andere wäre gelogen gewesen.

Und doch sagt es gerade so viel aus:
Weil wir einander nichts versprochen haben, sind wir noch immer dieselben. 
Außerdem klingt es nach Anfang, nicht nach Ende.

(2009)

Was wirklich zählt, ist Intuition

Der Mann mit der göttlichen Stimme ist der Meinung, ich solle schreiben. Die Dämonen auf Papier bannen & damit vielleicht töten.
Und vermutlich hat er recht, weil er meistens recht hat. 

Ich werde es also versuchen und daran zerbrechen.
Ich werde mit hirnlosem Hass, grenzenloser Verachtung & nicht endender Verwirrung meine Gefühle sezieren, um vielleicht einen Hauch von Verstehen zu erhaschen.

Hopefully. However.

(2009)

Detailverliebtheiten im Sekundentakt

In der Phase des Kennelernens. Man ist noch aufrichtig interessiert am Leben des Anderen. Man verliebt sich noch hundertmal am Tag in Kleinigkeiten: die Art, wie der Andere lacht, wie er "Heee" sagt, seine Offenheit, seinen Irrsinn, die Tatsache, dass er das alles nicht nötig hat.

Ich bin noch immer fasziniert von seinem Aussehen und vollkommen geschockt von seinen Augen. Es ist diese Oberflächlichkeit, die mich immer wieder zu ihm hinzieht. Wäre ich weniger oberflächlich, weniger fanatisch, würde alles anders laufen.

Ich verliebe mich nicht ernsthaft, ich verliebe mich in Details. Details in Summe könnten die Lösung sein. Er muss nur genügend positive Details in sich vereinen, um mich vielleicht an sich zu binden. Doch bisher haben alle versagt.

Denn es gibt ja auch die Kleinigkeiten, bei denen man sofort weiß, dass sie zum Verhängnis, zum Ende, werden können, weil man sie nicht ertragen kann.

Bislang überwiegen die Deteilverliebtheiten & er ist ja auch so furchtbar hübsch. Aber sowas hält nie lange vor. aber sowas hält nie lange vor. Wir bringen uns zum Scheitern, nicht zum Überdauern. Ehrlich. Ich weiß es.

(2009)

Diamonds are forever. You are like crystal.

Es ist zu extrem, um unter die normalen Episoden zu fallen, aber auch nicht ernst genug, um als etwas anderes erkannt zu werden. Würde er das Wort "Beziehung" als Definition verwenden, wäre es schlagartig vorbei und er eine Beziehungs-Waise.

Es geht einfach nicht. Er ist zu jung, zu hübsch, zu irgendwas; aber (und das ist wohl das, was momentan zählen sollte): Er gefällt mir. Wirklich. Er ist etwas Besonderes.
Aber waren das nicht alle? Etwas Besonderes? Sollten sie es nicht gewesen sein? Ja doch, klar. Sie waren es. Aber unter allen, die besonders waren, ist er win Glanzstück. 

Trotzdem weiß ich, schon jetzt, denn ich wusste es von Anfang an, dass es nicht genug ist, dass er nicht der Eine ist, dass es nicht reichen wird.

Ich sehe das Ende zwar noch nicht, aber ich weiß es: Irgendetwas an seiner Art wird, wenn auch unbewusst, das Schiff zum Sinken bringen. Er wird es nicht gewollt haben und er wird es nicht verstehen. Er wird empört sein, schockiert, fassungslos; und doch nichts anderes tun können, als es zu akzeptieren. Er wird versuchen, "es" zu retten, "es", das einmal "wir" war, doch er wird scheitern. Es wird zu spät sein. I know it. Und es tut mir leid, schon bevor es überhaupt passiert.

Einer weiß lange vorher um das Ende, überlegt sich den strategisch günstigsten Zeitpunkt und arbeitet dann konsequent darauf zu; während der andere vielleicht manchmal dieses unbestimmte, ungute Gefühl haben wird, es aber nicht einzuordnen vermag und es verdrängt, denn "eigentlich läuft doch alles gut..."
So funktionieren zwischenmenschliche Beziehungen und deren Ende.
So war es immer. So wird es immer sein.

(2009)

Ab wieviel Lamborghinis erträgst du mein Herz aus Stein?

Es interessiert mich nicht, was du fühlst. Ich will es ganz einfach nicht wissen. Es zerstört zu viel, es macht alles kaputt.

Wenn du jemals vor mir stehst & mir sagst "Ich liebe dich", werde ich lachend & wortlos gehen.
Lachend, weil diese Behauptung genau das ist: lachhaft, lächerlich.
Wortlos, weil ein solcher Stereotyp keine Entgegnung verdient.

Dieser Satz ist zu allgemeingültig, als dass du ihn mir vorbringen solltest. Es wäre eine übertriebene Geste, übertrieben euphorisch. Und auf jeden Fall way too much.

Diese Worte würden einen bitteren Nachgeschmack in deinem hübschen Mund hinterlassen & wären für mich eine toxische Mischung, die schwer zu verdauen ist.
Aus deinem Mund wären sie für mich eine Panzerfaust in die Magengegend. 
So verdammt falsch. Sie würden alles zerstören.

Always remember:
You're too great to ever have to use them.

(2009)