Leben ist wie Scherben essen

und sich wundern,

dass man Blut spuckt.

(Dirk Bernemann)

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Donnerstag, 27. Juli 2017

Andy Strauß - versorge mich mit Äther!

Manchmal muss man sich die Frage einfach stellen: Alter - geht's noch?!
Ich weiß ja nicht, aber es kommt mir oft so vor, als wäre ich von Idioten umgeben, wenige Ausnahmen bestätigen die Regel - zu wenige Ausnahmen. Gedanken sind noch klar, drehen sich nur um die Frage, warum ich nicht bekomme, was ich will und warum ich dann trotzdem jeden verdammten neuen Tag überhaupt starte.

Gibt es Hoffnung?
Man weiß es nicht.
Ich würde diese Frage allerdings mit einem klaren NEIN beantworten. Aber ich bin ja auch Pessimist. Erwarte das Schlechteste, dann kannst du nicht enttäuscht werden. Enttäuscht worden wäre ich oft genug, wenn ich optimistisch in die Zukunft blicken würde und immer nur das Beste von den Menschen erwarten würde... Zum Glück ist das komplett gegen meine Lebenseinstellung. Ich könnte nachts nicht mehr ruhig schlafen, wenn ich posistiv denken würde, vor Aufregung zitternd und lächelnd und himmelhochjauchzend - um dann später enttäuscht am Boden zu liegen. Dann doch lieber schwärzester Pessimismus und das erwartete Ergebnis auch bekommen - oder vielleicht sogar ein besseres. Nicht erfüllte Erwartungen sind doch die schlimmsten.

Die nächste Frage: Helfen Drogen?
Und wenn ja: Welche?
Denn ich will diesen ganzen Mist nicht mehr ertragen, jedenfalls nicht mit klarem Verstand und wachem Blick. Das führt nur zu immer mehr kopfgeficktem Erwachen, Erkennen, Erschrecken. That's not what I want or need.
Der wache Blick tut weh, irgendwie schmerzen meine Augen. Sie können diese ganze Tristesse, diesen Alltag, diese miesen Gestalten, nicht mehr ertragen.

(2011)

Mittwoch, 26. Juli 2017

Woke up to hate your life again

Du wachst auf und dir wird bewusst: "Ich lebe noch." Manchmal wünschtest du, du wärst nicht wieder aufgewacht. Wieder einmal fragst du dich, ob du einen weiteren Tag Tristesse ertragen kannst und wie lange das noch so weitergeht.

War es eigentlich immer so? Nein.
Es gab Zeiten, in denen du dachtest, du würdest immer glücklich sein. Lange her - vor dem ganzen Leben. Du fühlst dich alt.

Früher hat dich das alles nicht interessiert. Damals ließest du dich einfach nicht unterkriegen, nichts konnte dich besiegen, und überhaupt: Damals bekamst du alles, was du wolltest. Doch mittlerweile...
Es ist wie mit dem Wasser, das langsam, aber stetig den Stein höhlt. All die kleinen Enttäuschungen, Rückschläge, sind es -für sich genommen- nicht mal wert, sie hier zu erwähnen, aber zusammengenommen haben sie dich zu Boden gezwängt. 
Da liegst du nun.
Zu schwach, um zu kämpfen.
Zu stark, um aufzugeben.

(2010)

Auch Würggeräusche sind ernstzunehmende Kommentare. Immer.

Und alle nerven so. Was ist eigentlich los? Was wollen diese ganzen Penner von mir? Kreaturen, die ich nicht sonderlich mag, quatschen mich dicht, stellen mir Fragen, die ich nicht beantworten will - jedenfalls nicht denen. Sie zerren an meinen Nerven. Was geht diese Leute mein Leben an?!

Überall anders würde ich mein Gegenüber einfach stehenlassen, mich umdrehen und gehen. Hier ist das leider schlecht. 
Merken die eigentlich noch was? Arbeitskollegen können eine Plage sein, Vorgesetzte noch mehr und es gibt zu wenige Ausnahmen! Es gibt keinerlei Gleichgewicht zwischen guten Menschen, Idioten und nichtssagenden Menschen. Es gibt eine deutliche Unterzahl an Erstgenannten. Leider. Die sollen mich einfach in Ruhe lassen.

Es fällt mir so schwer, die Kommentare runterzuschlucken, die Grimassen zu verbergen und nicht einfach zuzuschlagen. Ich verachte diese hinterhältigen, verlogenen Schweine. Ehrlich.
Und die nerven so derbe. Wenn's zuviel wird, flieh ich in deine Stimme.

(2009)