Leben ist wie Scherben essen

und sich wundern,

dass man Blut spuckt.

(Dirk Bernemann)

Mittwoch, 26. Juli 2017

Alle Liebesgeschichten sind am Ende Geschichten vom Tod

Ist es nicht immer so? Es beginnt mit großen Gefühlen, Kribbeln im Bauch und herzrasender Glückseligkeit; und sobald der - wahlweise erhoffte oder gefürchtete - Satz "Ich liebe dich" ausgesprochen wurde, gibt es kein Zurück mehr. Es ist einfach nicht mehr dasselbe.
Mit diesem Satz macht man haufenweise Zugeständnisse - ob man es will oder nicht. Und mit diesem Satz endet die schöne, traumwandlerische Phase.

Dieser Satz, zum Zeitpunkt des Aussprechens vielleicht sogar die Wahrheit, kann die Gefühlslage schon bald nicht mehr richtig beschreiben. 
Da sind zu hohe Erwartungen, zu viele Kompromisse, und außerdem: Man ist sich zu sicher, denn: "Liebe hält doch ewig, richtig?!"
Weit gefehlt.

Die hohen Erwartungen führen zu den fucking Kompromissen. Es beginnt mit 'kleinen Änderungsvorschlägen': "Wenn du mich wirklich lieben würdest, dann..." Dann was? Ja was?!
Kleine erpresseriche Phrasen vorgebracht aus Unsicherheit & Dummheit. Meist endet es im Fiasko, weil niemand dem auf Dauer standhalten kann. 

But you're pretending to be happy, of course, cause that's what's expected... Du musst doch glücklich sein. Schließlich hast du das, was fast alle wollen: Jemand, der dich liebt, wie du bist.
ABER: 
Das tut er doch nicht richtig. Oder wozu die Kompromisse & Veränderungen?

Nach und nach sterben kleine Teile in dir und dem anderen. Stückweise verändert ihr euch.
Ihr brecht auseinander.
Wo sind sie - die Bruchstücke?

Seid ihr noch zu retten?
Vielleicht. 
Andernfalls....ist es irgendwann vorbei. Schmerz, Erleichterung, Hass, Freude, Enttäuschung, Wut - alles spielt da zusammen.
Und egal, was auch passiert ist, wie groß mittlerweile die Ablehnung, dabei geht ein Teil von dir -für immer. Denn du warst mal diese Beziehung. Eine Zeitlang hat sie dich definiert.
Nun musst du von den Toten auferstehen und wiedergeboren werden als DU ALLEIN.

(2009)

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