Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der ich davon ausgegangen bin, dass ich für immer bei Firma 1 arbeiten würde. Dort war meine Familie, dort war mein Zuhause, dort war mein Leben. Sicher, dort waren auch einige nervtötende Gestalten, Stress & Phasen/ein Chef, wo ich alles hinschmeißen wollte. Aber immer war da auch Sicherheit, Freundschaft & Freiheit, Lachen, Spaß & Party. Ich habe dort lange & viel gearbeitet, einmal 3 Tage am Stück. Aber ich hab es gern getan & ich würde es wieder tun. Es gab damals auch nichts wichtigeres als das, nur die Arbeit. Immer die Arbeit. Ich hatte einen konkreten Plan mit verschiedenen Variablen. Aber immer bei Firma 1.
Als diese Pläne zerschmettert wurden, war da erstmal nur Schock. Einfach nur Schock.
Dann viele Angebote. Ausgeschlagen. Ich wollte den einen Kunden behalten. Den einen Kunden, bei dem all die Menschen saßen, mit denen ich fast 8 Jahre lang täglich telefoniert hatte, mal lustig, mal traurig, mal wütend, aber immer perfekt zueinander passend.
Der Arbeitsvertrag von Firma 2 brachte mich dennoch zum Weinen. Ich wusste zwar, dass ich meinen Kunden behalten würde, aber ich musste den anderen Teil meines Lebens zurücklassen. Das machte mir Angst.
Firma 2 brachte mich dann noch des Öfteren zum Weinen - aus Wut. Und da verstand ich, was Menschen meinen, wenn sie sagen, sie hassen ihre Arbeit.
Noch bevor ein Jahr vergangen war, musste ich da raus. Es ging nicht mehr. Ich musste meinen Kunden zurücklassen, um mich selbst zu retten.
Firma 3 war neues Terrain mit altem Chef. Mit netten Kollegen & immer Spaß. Im Winter war es kalt, im Sommer war es warm, gelacht wurde immer.
Dann wieder eine Entscheidung. Gegen das Weiterkommen. Gegen Düsseldorf.
Eine weitere Entscheidung. Gegen Spanien. Und damit gegen den Job.
Dann knapp einen Monat Pause. Die ich nur überstand, weil ich mir dachte "Immer noch besser als bei Firma 2 zu sitzen" & "Nach spätestens 3 Monaten Rückreise Richtung Heimat."
Es ging dann doch schneller als gedacht, nicht nach Hause, sondern dem Kunden ein wenig näher. Und nur wegen dem Kunden überhaupt kam es infrage.
Es ist chaotisch. Und stellenweise bringt mich die Wut zum Kochen. Kasperköppe treiben mich in den Wahnsinn. Und ich wurde noch nie so regelmäßig angebaggert, wie in Firma 4 & ich hasse sowas.
Dafür aber auch ein paar tolle Kollegen, Kollegen, die mich an meine Kollegen aus Firma 1 erinnern, die sich kümmern, die toll sind, die da sind, die einfach nicht zu ersetzen sind.
Das alles & noch viel mehr hatte ich aber ja bereits bei Firma 1. Wären all diese schlechten Dinge nicht geschehen, säße ich noch bei Firma 1, zwar anderer Standort, aber immer noch da.
Wofür also muss ich so dankbar sein? Was ist all diese Scheiss Zeiten, diese hirnfickenden Gedanken, diese Qualen wert?
Die Antwort erstaunt mich selbst wohl am meisten...
(2016)
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