Leben ist wie Scherben essen

und sich wundern,

dass man Blut spuckt.

(Dirk Bernemann)

Mittwoch, 26. Juli 2017

Diamonds are forever. You are like crystal.

Es ist zu extrem, um unter die normalen Episoden zu fallen, aber auch nicht ernst genug, um als etwas anderes erkannt zu werden. Würde er das Wort "Beziehung" als Definition verwenden, wäre es schlagartig vorbei und er eine Beziehungs-Waise.

Es geht einfach nicht. Er ist zu jung, zu hübsch, zu irgendwas; aber (und das ist wohl das, was momentan zählen sollte): Er gefällt mir. Wirklich. Er ist etwas Besonderes.
Aber waren das nicht alle? Etwas Besonderes? Sollten sie es nicht gewesen sein? Ja doch, klar. Sie waren es. Aber unter allen, die besonders waren, ist er win Glanzstück. 

Trotzdem weiß ich, schon jetzt, denn ich wusste es von Anfang an, dass es nicht genug ist, dass er nicht der Eine ist, dass es nicht reichen wird.

Ich sehe das Ende zwar noch nicht, aber ich weiß es: Irgendetwas an seiner Art wird, wenn auch unbewusst, das Schiff zum Sinken bringen. Er wird es nicht gewollt haben und er wird es nicht verstehen. Er wird empört sein, schockiert, fassungslos; und doch nichts anderes tun können, als es zu akzeptieren. Er wird versuchen, "es" zu retten, "es", das einmal "wir" war, doch er wird scheitern. Es wird zu spät sein. I know it. Und es tut mir leid, schon bevor es überhaupt passiert.

Einer weiß lange vorher um das Ende, überlegt sich den strategisch günstigsten Zeitpunkt und arbeitet dann konsequent darauf zu; während der andere vielleicht manchmal dieses unbestimmte, ungute Gefühl haben wird, es aber nicht einzuordnen vermag und es verdrängt, denn "eigentlich läuft doch alles gut..."
So funktionieren zwischenmenschliche Beziehungen und deren Ende.
So war es immer. So wird es immer sein.

(2009)

Ab wieviel Lamborghinis erträgst du mein Herz aus Stein?

Es interessiert mich nicht, was du fühlst. Ich will es ganz einfach nicht wissen. Es zerstört zu viel, es macht alles kaputt.

Wenn du jemals vor mir stehst & mir sagst "Ich liebe dich", werde ich lachend & wortlos gehen.
Lachend, weil diese Behauptung genau das ist: lachhaft, lächerlich.
Wortlos, weil ein solcher Stereotyp keine Entgegnung verdient.

Dieser Satz ist zu allgemeingültig, als dass du ihn mir vorbringen solltest. Es wäre eine übertriebene Geste, übertrieben euphorisch. Und auf jeden Fall way too much.

Diese Worte würden einen bitteren Nachgeschmack in deinem hübschen Mund hinterlassen & wären für mich eine toxische Mischung, die schwer zu verdauen ist.
Aus deinem Mund wären sie für mich eine Panzerfaust in die Magengegend. 
So verdammt falsch. Sie würden alles zerstören.

Always remember:
You're too great to ever have to use them.

(2009)

Nie

Es wird nie so schlimm sein,
dass du kein Leben mehr hast.

Es wird nie so tief gehen,
dass du keine Freiheit mehr hast.

Es wird nie so eng werden,
dass du nicht mehr atmen kannst.

Und es wird nie so wenig bedeuten,
dass der Versuch nicht lohnt.

--inspired vom Mann mit der göttlichen Stimme 

(2009)

Wie lange kann man flirten ohne sich zu verlieben?

Diese Frage besetzt mein Hirn seit Tagen.
Denn es ist ja so, dass man es erst merkt, wenn es zu spät ist.

Flirten ist das Spiel mit dem Feuer.
Verlieben ist, mitten in den Flammen zu stehen & nach Luft zu schnappen, die es nicht gibt.

*"Das Spiel heißt Verführung. Wer sich verliebt, verliert."

Sobald man sich verliebt, verliert man den klaren Blick, den man ja gerade dann am nötigsten braucht.

Und ich merke, wie ich anfange, hinter sein Aussehen zu schauen, wie ich Interesse entwickel für den Menschen hinter diesem Traumlächeln.
Gefahr in Verzug. In Deckung. Schnell. 

(2009)

*Cruel Intentions

Kompromisslos glücklich

Kompromisse. Kompromisse! Kompromisse!!! Immer nur wieder Kompromisse. 
Es gibt da nur ein kleines Problem:
ICH GLAUBE NICHT AN KOMPROMISSE!

Kompromisse machen niemanden glücklich. Man ist dann halb-glücklich und halb-unglücklich. Das kann doch niemand ernsthaft wollen?! Das kann doch niemand ertragen?!

Ich will Alles. Ich will das Ganze.
*"And no matter how much, too much is never enough."
Entweder overdosed glücklich oder zum Sterben unglücklich. Dazwischen gibt es nur das triste Loch des Durchschnitts.

(2009)

*Eminem

Erwartungs-Overkill

Man sieht immer nur das Bild, das man sich von jemandem macht; ganz gleich, ob berechtigt oder nicht, so ist es doch nur dieses Bild, in das wir uns verlieben, das wir verehren, vergöttern, und irgendwann -zu gegebener Zeit- wahrscheinlich verachten. 

Wir schaffen es nicht, von diesem Bild abzulassen, ganz gleich, was geschieht. Wir haben uns unser ureigenes Monster geschaffen, denn niemand kann unserem Bild in der Wirklichkeit standhalten. Wie im Wahn: Dieses Bild, unser Bild, ist unser Abgott. Wenn der Mensch hinter dem Bild von unserem für ihn erdachten Muster abweicht, so wollen wir es ganz einfach nicht wissen, also schließen wir die Augen und ignorieren es.

Mit Negativ-Bildern geht es ähnlich.

Die Erwartungen, die wir an Menschen und Beziehungen knüpfen, sind oftmals nichts anderes als Vorurteile. Wenn wir erwarten, dass der Andere uns verletzt, wird er es mit einiger Wahrscheinlichkeit beizeiten tun. Nicht, weil es vorherbestimmt wäre; nicht, weil er es wollte; sondern, weil er dazu getrieben wurde. Er spürte die Angst, die teilweise Verachtung, den Argwohn. Er fühlte sich in die Enge getrieben, seine Gefühle ebenso; und er sah keinen anderen Ausweg, nur den einen, der verletzt, dem Menschen weh tut, den er einst zu lieben glaubte - obschon es bei näherer Betrachtung nicht mehr derselbe Mensch zu sein scheint.

Es ist ein Irrtum, zu glauben, dass Liebe dem standhalten kann.

Sobald man den Wunsch, den Gedanken, oder was-auch-immer hat, dem anderen weh zu tun - und sei dieses Gefühl noch so klein - beginnen das Ende der Liebe -langsam, schleichend, und der Anfang der Verachtung -lautlos, unbemerkt.

Und ganz egal, für welchen Schritt man sich nun entscheidet: Es wird der falsche sein! An diesem Punkt kannst du nichts Richtiges mehr tun.

(2009)


Alle Liebesgeschichten sind am Ende Geschichten vom Tod

Ist es nicht immer so? Es beginnt mit großen Gefühlen, Kribbeln im Bauch und herzrasender Glückseligkeit; und sobald der - wahlweise erhoffte oder gefürchtete - Satz "Ich liebe dich" ausgesprochen wurde, gibt es kein Zurück mehr. Es ist einfach nicht mehr dasselbe.
Mit diesem Satz macht man haufenweise Zugeständnisse - ob man es will oder nicht. Und mit diesem Satz endet die schöne, traumwandlerische Phase.

Dieser Satz, zum Zeitpunkt des Aussprechens vielleicht sogar die Wahrheit, kann die Gefühlslage schon bald nicht mehr richtig beschreiben. 
Da sind zu hohe Erwartungen, zu viele Kompromisse, und außerdem: Man ist sich zu sicher, denn: "Liebe hält doch ewig, richtig?!"
Weit gefehlt.

Die hohen Erwartungen führen zu den fucking Kompromissen. Es beginnt mit 'kleinen Änderungsvorschlägen': "Wenn du mich wirklich lieben würdest, dann..." Dann was? Ja was?!
Kleine erpresseriche Phrasen vorgebracht aus Unsicherheit & Dummheit. Meist endet es im Fiasko, weil niemand dem auf Dauer standhalten kann. 

But you're pretending to be happy, of course, cause that's what's expected... Du musst doch glücklich sein. Schließlich hast du das, was fast alle wollen: Jemand, der dich liebt, wie du bist.
ABER: 
Das tut er doch nicht richtig. Oder wozu die Kompromisse & Veränderungen?

Nach und nach sterben kleine Teile in dir und dem anderen. Stückweise verändert ihr euch.
Ihr brecht auseinander.
Wo sind sie - die Bruchstücke?

Seid ihr noch zu retten?
Vielleicht. 
Andernfalls....ist es irgendwann vorbei. Schmerz, Erleichterung, Hass, Freude, Enttäuschung, Wut - alles spielt da zusammen.
Und egal, was auch passiert ist, wie groß mittlerweile die Ablehnung, dabei geht ein Teil von dir -für immer. Denn du warst mal diese Beziehung. Eine Zeitlang hat sie dich definiert.
Nun musst du von den Toten auferstehen und wiedergeboren werden als DU ALLEIN.

(2009)